Die Fotogalerie von Bernd Schmidt über preisgekrönte Wettbewerbsbilder
Hobby Fotografie

 

 

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Welche Kamera ist die Beste?

 

Canon, Nikon, Hasselblad, Sony, Minolta....?

Während meiner Tätigkeit im Fotohandel wurde mir diese Frage fast täglich mehrfach gestellt. Insbesondere Hobbyfotografen und private Anwender scheinen auf diese Antwort zu gieren um auf keinen Fall mit einer schlechteren Kamera im Abseits zu stehen.
Durch die digitale Fotografie fallen einige klassische Hersteller dem technischen Wandel zum Opfer (Agfa, Konica, Minolta) wodurch sich die Antwort(en) heute auf weiniger Hersteller konzentriert.
Dabei ist die Antwort eigentlich so einfach! Die Kamera ist die beste, die IHRE Anforderungen am besten zum günstigsten Preis umsetzen kann. Jede Kamera hat Vor- und Nachteile. Jedes System hat Stärken und Schwächen. Jedes Filmformat (Kleinbild, Mittelformat, Großformat, digitales) haben ihre Vorzüge und Schwachpunkte.
Im Prinzip wäre die Kamera die Beste, welche die Anforderung des Nutzers zu 100% erfüllen würde. Da aber oft ein Preislimit vorgegeben wird, läßt sich dies leider nicht immer erfüllen. Für Sport- und Tieraufnahmen hätte ich gerne zu meiner Nikon noch ein AFS 2,8/300mm. Allerdings kann ich mir die 8-10.000 Euro nicht leisten. Anders sieht es beim Profi aus. Der verdient damit seinen Unterhalt und kann die Anschaffung steuerlich geltend machen und hat auch Einnahmen durch den Verkauf von Fotos bzw. Auftragsarbeiten.
In den 27 Jahren wo ich bereits fotografiere, habe ich mit Instamatic-Kameras, Pocketkameras, Rollei 35S, Pentax Spotmatic, Nikon FM, Ftn, F301, F801, F100, F4, F5, D70, Canon AE-1, A-1, EOS 650, EOS 3, EOS 1n, Minolta X700, Fuji Mittelformat, Mamiya 67, Noblex Panoramakamera, Seitz Roundshot, Hasselblad und vielen anderen Kameramodellen fotografiert.
Und gut waren die alle auf Ihre Art und Weise. Aus diesem Grund hat auch ein Berufsfotograf nicht eine, sondern mehrere Kameras. Für bestimmte Anwendungen eignen sich bestimmte Kamerasysteme einfach besser. Wer die maximale Schärfe und Auflösung möchte und überwiegend Werbeaufnahmen im Studio macht, hat auf jeden Fall eine Großformatkamera. Die sehen heute noch wie vor 100 Jahren aus! Und man fotografiert auch noch so damit. Ob auf Film oder mit einem digitalen Rückteil ist heute meist davon abhängig, was der Auftrageber bereits ist zu bezahlen. Wenn der Auftraggeber am Material sparen will und es die Technik zuläßt kommt oft das Mittelformat beim Berufsfotografen zum Einsatz (Hasselblad, Mamiya...). Für Reportage und kostengünstige Aufträge wird häufig eine Kleinbildkamera eingesetzt. Heute meist mit digitaler Technik, da die Bilddaten sofort verfügbar sind und umgehend per Datentransfer an die Bildredaktionen in der ganzen Welt gesendet werden können (oft auch wenn es gar nicht notwenig ist? Verrückte Welt.)!

Was ist aber nun die beste Kamera für den Fotoamateur? In vielen Hobby und Fotoclubkreisen diskutiert man selbst heute noch darüber ob eine Canon oder Nikon besser ist? Dies ist Schwachsinn. Eine Kamera kann nur soviel wie es das gesamte Systemzubehör zuläßt oder der Fotograf mit seinem fototechnischen Wissen davon umsetzen kann! Wenn es ein bestimmtes Objektiv für eine spezielle Motivfotografie nicht gibt, nützt die beste Kameratechnik gar nichts. Also sollte man vor solch einer Anschaffung immer das Gesamtpaket erst einmal genau betrachten. Davor sollte natürlich definiert sein, was will ich in welcher Häufigkeit fotografieren? Wenn man kleine Insekten mit der Kamera jagen möchte, sollte das Kamerasystem eine ordentliche Auswahl an verschiedenen Makroobjektiven und vielleicht sogar ein Balgengerät haben. Auch ein spezielles Makroblitzgerät ist sehr vorteilhaft. Und optimal ist ein Makroobjektiv wo sich die Bildstandarden (tilt/shift) verstellbar sind. So kann man aus ungünstiger Aufnahmeperspektive die Tiefenschärfe besser ausgleichen!
Wer Sport- und/oder Tierfotografie betreiben will braucht ein Kamerasystem mit lichtstarken Teleobjektiven.

 

Folgende Fragen sollte man sich vor einem Kamerakauf stellen und beantworten:

1)   Was will ich eigentlich fotografieren?
 - einfache Bedienung für Familien- und Urlaubsfotos - Hier reicht oft eine einfache Sucherkamera (egal ob digital oder analog). Oft bessere Bilder sind mit einem Zoom-Objektiv (Ausschnitt) möglich. Bei Digitalkameras sollte man darauf achten, das dieses auch ein optisches Zoom hat! Bei den preisgünstigen Modellen ist ein Zoom oft nur digital. D.h. es wird nur ein Ausschnitt aus einem normalen Bild gemacht. Dies kann man später per Bildbearbeitungssoftware auch selber tun. So kann man selbst über den Bildausschnitt entscheiden. Extreme Zoombereiche sind meist nicht durchgehend gut in der optischen Qualität. Hier ist weniger oft mehr an Qualität.
 - Wer höhere Ansprüche an die Bildqualität stellt und über fototechnisches Grundwissen verfügt, für den ist sicherlich eine ausbaufähige digitale Spiegelreflexkamera eine Möglichkeit. Die Systeme der aktuellen Anbieter umfaßen eine große Objektiv- und Zubehörpalette. Mögliche Alternative sind sogenannte digitale Bridgekameras. Diese haben ein Objektiv mit hohem Zoombereich und viele Einstellfunktionen, ähnlich einer Spiegelreflexkamera.
  Nachteil: kann später selten wunschgemäß erweitert werden.
  Vorteil: fast immer kostengünstiger.
 - Der engagierte Hobbyfotograf wird aus Qualitätsgründen nicht an einer Spiegelreflex vorbei kommen. Heutzutage wird dies meist eine digitale sein. Welcher Hersteller und welches Modell wird von den persönlichen Anforderungen (Motivvorliebe, bestehendes System, finanzielle Möglichkeiten) abhängig sein. Wenn die Qualitätskette stimmen sollte, kommen da noch ein PC/MAC, Software für die Bildbearbeitung, Fotodrucker und diverses Zubehör hinzu.
     
2)   Welche Kamera kann diese Anforderungen erfüllen?
Diese Erkenntnis bringt uns die Informationsbeschaffung. Inzwischen wird dies allerdings immer schwieriger. Es gibt kaum noch einen Fachhändler. In Foren wird über manches so konträr diskutiert, das man hinterher meist genauso schlau wie davor ist. Die Werbeprospekte der Hersteller versprechen von jedem Kameramodell wahre Wunder! Fragt sich nur warum mit manchen supertollen Konsumerprodukten kein Berufsfotograf seine Aufträge macht? Und durch Bekannte die meinen sich bei Fotogeräten auszukennen, wird die neutrale und optimale Kameraauswahl nur erschwert, ja sogar oft verhindert!
Also erst einmal überlegen und aufschreiben, was die Kamera alles können soll.
Fotos für das Familienalbum?
Sollen auch einmal Poster in 50x75 cm Größe gemacht werden?
Welche Motive will man überhaupt fotografieren?
Wieviel möchte ich ausgeben?
Was kostet das Zubehör (Speicherkarten, Objektive, Blitz...)?
Mit dieser Liste geht man am besten in ein Fotofachgeschäft (da wo es so etwas noch gibt) und läßt sich über die aktuellen Modelle die in Frage kommen beraten.
Die andere Möglichkeit, ist über ein nicht Hersteller gebundenes Fotoforum. Dort seine Anforderungen angeben. Wenn es ein gutes Forum ist, wird man da auch fachlich kompetente Antworten bekommen. Wenn sich dann 1-2 bestimmte Kameramodelle herauskristallisieren, kann man dann in einem Kameraspezifischen Forum zur Detailrecherche übergehen.
Auch über Google wird man erfolgreich Informationsquellen finden.
     
3)   Wenn ich Spaß an der Fotografie haben sollte, kann ich die Kamera dann ausbauen (Objektive, Zubehör), um sie für die neu gestellten Anforderungen zu verwenden?
Manche werden denken dies mache ich sowieso. Aus meiner Zeit im Fotohandel weiß ich aber, das sich diese Gedanken vor einem Kauf die wenigsten machen! Da wird eine teure Kamera gekauft, weil der Schwager das selbe Modell hat. Beim fotografieren klappt es dann aber nicht so toll, da man mit den vielen Einstellmöglichkeiten überfordert ist und auch die technischen Zusammenhänge nicht kennt, oder einfach nur problemlos knipsen will. Hier wäre ein einfaches Kameramodel zu einem günstigeren Preis sicherlich sinnvoller.
Der umgekehrte Fall ist allerdings genauso ärgerlich, da man damit meist auch Geld verschwendet. Man kauft wegen der Empfehlung eines Bekannten eine vollautomatische Kamera die viel kann, aber später nicht individuell ausgebaut werden kann. Nach den ersten Fotos findet man Spaß an der digitalen Fotografie, da alles so schön einfach und schnell geht. Man braucht nicht mehr auf die Bilderanzahl zu achten, da man ja eine zweite Speicherkarte dabei hat. Schlechte Fotos können gleich gelöscht werden und sofort mit verbesserter Einstellung optimal wiederholt werden! Dann kommt der Punkt das man plötzlich auch einmal einen Eisbären im Zoo im Portrait darstellen will. Oder man möchte eine Libelle (mit unscharf verschwommenen Hintergrund) fotografieren. Dies geht dann meist mit der gekauften vollautomatischen nicht. Man braucht eine ausbaufähige Spiegelreflexkamera. Was passiert? Man kauft sich solch eine und die andere wandert in den Schrank und staubt dort ein, da der Verkaufswert einer Digitalkamera nach 6 Monaten sehr stark fällt, ist ein Verkauf meist mit hohen Geldeinbußen verbunden.

Eine digitale Spiegelreflex hat gegenüber einer Sucherkamera zahlreiche Vorteile!
 

   
Spiegelreflexkamera mit geringer Auslöseverzögerung.   Eine wesentlich geringere Auslösverzögerung, was gerade bei Schnappschüßen sehr von Vorteil ist. Mit einer Sucherkamera verpaßt man meist den entscheidenden Moment! Eine Spiegelreflex speichert im schnelleren RAW-Format und hat auch meist einen größeren und schnelleren Rechenspeicher und die bessere Software in der Kamera. Eine Sucherkamera macht auch eine RAW-Datei muß diese aber sofort in JPEG oder TIFF umrechnen. Und dies braucht seine Zeit (= Auslöseverzögerung). 0,5 sec sind da schon sehr schnell, viele benötigen dafür über 1 sec!!! Da sind die besten Fotomotive schon vorbei!
     
Aufnahme mit 400 ASA zeigt schon erstes Bildrauschen   Eine Spiegelreflexkamera hat normalerweise einen größeren Aufnahmechip als eine Sucherkamera. Ein Vorteil ist, das dadurch das Bildrauschen geringer ist als bei einem kleineren (wie ihn die Sucherkameras aus Größengründen haben). Bildrauschen sind Pixelstörungen wodurch das Foto sehr unansehnlich aussieht. Die Libellenaufnahme wurde mit 400 ASA aufgenommen. Im größeren Foto (anklicken) kann man bereits bei genauem hinsehen die ersten Pixelstörungen im grünen Hintergrund feststellen. Mit 800 oder 1600 ASA wären diese sehr viel stärker. Mit einer Sucherkamera mit 400 ASA wären diese auch stärker ausgeprägt und würden als sehr störend empfunden werden. Aber auch hier werden die Kameras bzw. Aufnahmechips permanent weiterentwickelt um das Bildrauschen zur verringern.
     
Hintergrund mit Spiegelreflex + 400mm freigestellt   Auf Grund des kleineren Aufnahmechips bei Kompaktkameras ist die Bilddiagonale auch geringer. Dadurch hat man eine höhere Tiefenschärfe bei den Kompaktkameras. Bei Modellen mit einem guten Nahbereich können tolle Makrofotos von Insekten mit durchgehender Schärfe gemacht werden. Allerdings kann man bei Teleaufnahmen von Tieren oder Sportmotiven, das Motiv fast nie unscharf freistellen, da der Hintergrund nicht in Unschärfe verschwimmt.
Bei diesem Tierportrait wurde bewußt durch den Einsatz einer digitalen Spiegelreflexkamera + 400 mm Teleobjektiv der Hintergrund freigestellt (offene Objektivblende + starkes Tele + möglichst naher Aufnahmestandpunkt = unscharfer Hintergrund). Mit einer digitalen Sucherkamera würde man den Hintergrund scharf sehen und er würde vom Hauptmotiv dem Seelöwen ablenken.
     
Spiegelreflexkamera im Einsatz   Ein wesentlich größeres Zubehörprogramm. Bei den großen Kameraherstellern wie Canon und Nikon gibt es eine riesige Objektivauswahl, Blitzgeräte, Aufnahmezubehör. Alternativ sind oft auch Objektive von Fremdherstellern wie Sigma, Tamron etc. einsetzbar. Diese sind zwar meist nicht in der selben Qualität, dafür aber auch kostengünstiger. Weitere Aufnahmeprodukte sind Stativ, Studiobeleuchtung, Kugelkopf, Rechner, Software zur Bildbearbeitung und vieles mehr. Mit solch einem umfangreichen Kamerasystem kann man viele fotografische Herausforderungen umsetzen.
     
    Eine digitale Sucherkamera hat gegenüber einer Spiegelreflex auch Vorteile!

- wenn die geringere Qualität für die persönlichen Ansprüche ausreichen.
- wenn man sehr schnell ein Foto benötigt und die erstellten Fotos umgehend weiterleiten muß (z.b. Dokumentation eines Schadens für eine Versicherung....)
- wenn man sich nicht mit fototechnischen Dingen beschäftigen möchte.
- wenn man eine kompakte und leichtere Kamera möchte.


Fazit:

Für Familien- und Urlaubsfotos wird den meisten eine einfache Kompaktkamera ausreichen. Wer mehr Möglichkeiten und eine höhere Aufnahmequalität möchte wird mit einer Bridgekamera oder einer besseren und etwas größeren Kompaktkamera, mit zahlreichen Einstellmöglichkeiten, besser bedient sein. Wer sehr hohe Qualitätsansprüche hat und für viele Motive gerüstet sein will, kommt auch in der digitalen Fotografie nicht an einer Spiegelreflexkamera vorbei.
Kein Hauptkriterium sollte die Pixelanzahl der Kamera sein! Es gibt Kameras die machen nur 4 Mio Pixel und sind besser als manche die 6 Mio Pixel Auflösung machen! Hier entscheidet nicht die Auflösung des Aufnahmechips, sondern ein fein aufeinander abgestimmtes Gesamtpaket aus Aufnahmechip, möglichen Dateiformaten, Kamerasoftware, externer Software und vor allem das Objektiv! Nur wenn alle Komponenten gut bis sehr gut sind, ist auch das Endergebnis sehr gut! Ist eine Komponente schlecht, können dies die anderen nicht ausgleichen!

 

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