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Tipps für gute Fotos von Libellen (und anderen Insekten)!

 

Meine Art Fluginsekten zu fotografieren

In Süddeutschland gibt es an die 80 (achtzig) verschiedene Libellen! wobei ein paar davon wohl nur verirrte Besucher aus südlichen Gefilden sind. Wenn man diese weglässt bleiben aber immer noch über 70 verschiedene Libellen über! Es ist auch in den letzten Jahrzehnten zu beobachten, daß im Zuge der globalen Erderwärmung wärmeliebende Arten langsam aber sicher in nördlichere Gebiete zuwandern.
Vor dem ersten fotografischen Versuch stand das Studium von Fachliteratur. Nachdem ich mir einige Grundkenntnisse über die einzelnen Verhaltensmuster erlesen habe, fielen mir die ersten Aufnahmen recht leicht. Sie waren zwar noch nicht optimal, aber für den ersten Versuch ganz ansehnlich.
Die ersten Male ging ich früh morgens vor Sonnenaufgang los um an einem Gewässer nach Libellen in Kältestarre zu suchen. Dies gestaltete sich viel schwieriger als ich erwartet hatte. Außer vielen Grashalmen fand ich nichts vor. Als ich schon am aufgeben war, entdeckte ich doch noch auf einem hohen Grashalm das gesuchte Objekt. Beim Aufbau der Kamera nahm sie aber reisaus. Zum Glück war sie noch nicht so sehr von den ersten Sonnenstrahlen aufgewärmt und kam nur wenige Meter weit um sich auf einer Kleeblüte wieder auszuruhen. Schnell das Stativ aufgebaut mit dem Sigma AFD 5,6/400 + Zwischenring PK 13 von Nikon konnte ich dann einige formatfüllende Bilder schiessen. Nachdem ich mit verschiedenen Brennweiten herumexperimentiert habe, stellte sich für mich die Kombination Sigma AFD 5,6/400 + PK 13 Zwischenring als die günstigste Kombination heraus. Durch die lange Brennweite kann man bei Blende 8-11 das kleine Insekt meist gut freistellen.

 

Aber was noch wichtiger ist man hat für die meisten Kleinlibellen genügend Fluchtabstand zum Motiv. Bei Großlibellen sieht dies schon anders aus. Die können teilweise bis auf 12m Entfernung sehen! Kleinlibellen sehen je nach Art nur bis auf 80-150cm Entfernung. Eine parallele Ausrichtung zum Objekt ist absolut notwendig um eine durchgehende Schärfe zu erzielen. Kürzere Brennweiten machen meiner Meinung nach nur dann einen Sinn wenn man die Insekten in einem Zustand antrifft wo sie sich meist durch nichts stören lassen. Bei manchen Arten kann dies während des Paarungsvorganges sein, bei der Eiablage, während des Schlupfes oder früh morgens wenn sie sich noch in der Kältestarre befinden. Die mittlere Aufnahme entstand mittags als das Paar zu kopulieren anfing. Um diese Tageszeit sind bei entsprechend hohen Temperaturen und viel Sonne die Tiere besonders munter und selten ruhig. Eine kurze Ausnahme stellt die Paarung dar, wo das Paar einen Rastplatz einnimmt. Der Laie denkt nun welch einfaches Motiv! Aber wo Hitze ist, ist auch Thermik - d.h. es geht immer ein Wind! Wer schon einmal versucht hat ein Insekt scharf zustellen, das auf einem Grashalm sitzt, welcher vom Wind hin und herwippt, der weiß von welchem Geduldsspiel ich hier rede. Das Objekt scharf zu bekommen erscheint einem schier unmöglich. Die mittlere Aufnahme gelang auch erst nach mehrmaligen Besuch des Gewässers. Viele Versuche hat regelrecht der Wind zu nichte gemacht.
Seit dem Sommer 2004 fotografiere ich mit einer digitalen Spiegelreflex von Nikon (D70). Dies hat sich bei der Fotografie von Libellen als sehr vorteilhaft herausgestellt. Durch den kleineren Aufnahmechip verlängert sich die Brennweite mit dem Faktor x1,5. D.h. das Sigma 400mm ist vom Ausschnitt wie ein 600mm! Nun bekomme ich selbst kleinere Libellen ohne Zwischenring formatfüllend ins Bild! Da ich bei vielen Libellen keinen Zwischenring mehr benötige, kann auch der Autofocus in vielen Situation unterstützen und erhöht die Trefferquote spürbar.
Ein weiterer Vorteil bei Flugaufnahmen ist, das man die Empfindlichkeit (DIN/ASA) den Lichtbedingungen anpassen kann. Damit eine Libelle im Flug auch ohne Bewegungsunschärfe abgelichtet wird, benötigt man in den meisten Fällen mindestens 1/1000 s als Belichtungszeit. Um auf diese Verschlußzeit zu kommen werden oft 400 ASA als Empfindlichkeit benötigt. Dies läßt sich ohne lästiges Filmwechseln oder ein zweites Kameragehäuse bei einer Digitalkamera umstellen. Wer mit einer digitalen Kompaktkamera fotografiert kann dies auch tun. Allerdings sind die Aufnahmchips dort so klein, das Aufnahmen bei 400 ASA extrem verrauschen und unansehnlich werden.

Wer sich für mehr Infos über Libellen interessiert dem kann ich folgende Literatur empfehlen: Autor Sternberg/Buchwald - Die Libellen Baden-Württembergs Band1 + Band2 (je ca. 50 EUR).

Hier noch ein paar Fotos von Libellen!
 

Feuerlibelle aufgenommen in Mörbisch am Neusiedler See, Burgenland, Österreich   Paarungsrad zweier Hufeisen-Azurjungern   Eine weibliche Pechlibelle ruht sich auf einer Kleeblüte aus

Weitere Fotos von Libellen

 

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