Die Fotogalerie von Bernd Schmidt über preisgekrönte Wettbewerbsbilder
Hobby Fotografie

 

 

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Ist die analoge Fotografie besser als die digitale?

 

Ist ein Chip besser als ein Film?

In der Amateurfotografie wurde man mit argwöhnischen Augen betrachtet wenn man Ende der 90er Jahre ein mit Photoshop bearbeitetes Bild präsentierte. Viele Stimmen wurden laut, wenn ein solches Foto bei einem Fotowettbewerb gewann. Das hat doch mit Fotografie nichts zu tun. Ein Foto mit ein paar Mausklicks verbessern und schon holt man sich die Wettbewerbspreise! Diese Meinung war und ist erstaunlicher Weise immer noch, wenn auch immer geringer werdend, noch vorhanden!
Wer schon einmal selbst mit Photoshop versucht hat ein Foto digital zu bearbeiten, weiß das dies gar nicht so einfach zu erstellen ist. Am Anfang benötigt man dafür durchaus ein paar Stunden. Bei häufiger Wiederholung gelangt man aber auch da zu einer Übung und die Bearbeitungszeiten werden kürzer. Einfach ist es aber selten und meist mit einem höherem Zeitaufwand verbunden. Auf der anderen Seite kann man mit der digitalen Bildbearbeitung seine kreativen Ideen gezielt und organisiert in die Tat umsetzen. Was früher abwedeln, belichten, Schablonen, Tonwertnegative und viele andere Dunkelkammertricks waren, ist heute die Bildbearbeitung mit Adobe Photoshop oder ähnlichen Programmen.

woman in red   Mit diesem Foto gewann ich bei einem Kodak-Fotowettbewerb einen der drei Hauptpreise eine Leica M7. Bei der Preisverleihung auf der Photokina in Köln, wurden die Fotos auf eine Großleinwand projiziert und dann die Gewinner auf die Bühne gerufen. Erstaunlich fand ich die zynische Bemerkung eines anderen Gewinners, das sein Foto ein echtes unmanipuliertes sei! Noch erstaunter war ich aber damals über den doch recht stürmischen Applaus des überwiegend im Rentenalter befindlichen Publikums. Im stillen dachte ich mir, war die Jury da offenbar anderer Meinung, also kann mein Bild (das aus 2 echten Fotos entstand :)) doch nicht so schlecht sein? Zahlreiche Auszeichnungen auf der ganzen Welt haben dann bestätigt das ein gutes Foto nicht durch seine Entstehung gefällt, sondern durch sein Endergebnis!

Aber eigentlich geht es hier um die klassische analoge und die junge digitale Fotografie. Die ersten digitalen Kameras kamen kaum an die Qualität eines Kleinbildfilmes heran. Inzwischen ist dies anders. Sucherkameras in der oberen Klasse mit hohen Auflösungen von 6-8 Mio Pixel, als auch Spiegelreflexkameras mit 6-12 Mio Pixel haben die Qualität eines 100 ASA Filmes erreicht, ja teilweise sogar überschritten!

 

Die digitale Fotografie hat sehr viele Vorteile!
Viele Fotos gehen auf ein Speichermedium. Man sieht bei den meisten Kameras das Ergebnis gleich im Display. Bei besseren Modellen kann die Belichtung über ein Tonwertdiagramm sehr gut eingeschätzt werden und im Zweifelsfall mit einer Korrektur wiederholt werden. Bei hochwertigen Kameras die im RAW-Dateiformat speichern, können Belichtungs- Farb- und Schärfekorrekturen über einen RAW-Konverter am PC verlustfrei bearbeitet werden. Was früher die Filmentwicklung war, ist heute der RAW-Konverter. Der Vorteil ist auch hier wieder, das man das Endergebnis bei der Bearbeitung zeitgleich sieht und erst dann abspeichert wenn es den Wunschvorstellungen entspricht. Die meisten Digitalkameras haben einen Aufnahmechip mit einer kürzereren Aufnahmediagonalen als ein Kleinbildfilm. Der Vorteil ist bei manchen Motiven eine Art Tele-Effekt. Bei der Nikon D70 ergibt sich ein Faktor x1,5. Ein 400 mm Telebojektiv hat einen Bildausschnitt wie ein 600 mm Objektiv! Allerdings sind dies leider keine optischen 600 mm. Die Tiefenschärfe ist durch die geringere Bilddiagonale größer und es wird schwieriger ein Motiv richtig freizustellen (= unscharfer Hintergrund, so das dieser nicht vom Hauptmotiv ablenkt). Für Sport- und Tiermotive spart man sich so aber die wesentlich teureren Superteleobjektive wie 2,8/400, 4/600.
Mit der digitalen Fotografie spart man sich Film- und Entwicklungskosten.

Die analoge Fotografie hat auch Vorteile!
Der Vorteil des Tele-Effektes bei den meisten Digitalkameras ist bei der Verwendung von Weitwinkelobjektiven ein klarer Nachteil. Hier hat die Kleinbildkamera mit einem Kleinbildfilm klare Vorteile (Ausnahme sind wenige sehr teure digitale Kameras mit sogenannten Vollchip = 24x36 mm). Hier gibt es eine größere Auswahl vom Fisheye-Objektiv, Superweitwinkel bis zum Standardweitwinkel mit meist guter bis sehr guter optischer Qualität!
Ein Filmnegativ läßt sich aus heutiger Sicht wesentlich länger archivieren als eine digitale Datei. Bei Schwarzweißnegativen sind locker über 100 Jahre möglich! Bei Farbnegativen und Positiven sind mehrere Jahrzehnte normal. Wie lange halten wohl digitale Dateien?
Großformatfotografie? Wer schon einmal ein 4x5" oder gar 8x10" Dia auf dem Leuchtpult gesehen hat, wird wissen was ich meine. An die Brillanz und den Tonwertumfang und die knackige Schärfe kommt kein Bildmedium heran! Nur schade das durch die digitale Revolution eine allgemeine Brillanz- und Schärfereduzierung den meisten Menschen gar nicht mehr auffällt, da dies auf fast allen Fotos zu sehen ist und damit als normal angesehen wird :(
Aus Nostalgiegründen oder back to the roots, macht es immer wieder mal Spaß analog zu fotografieren. Sehr gerne gehe ich auch mal wieder mit meiner altertümlichen Leica R7 auf die Fotopirsch. Die optische Qualität der M-Objektive ist immer noch unerreicht im Kleinbildformat! Und man besinnt sich dabei wieder auf eine Art der bewußten Fotografie. Man setzt Blende und Verschlußzeit vor der Aufnahme bewußter ein und überläßt dies nicht nur blind der Automatik. Auch die manuelle exakte Scharfeinstellung am Metallrad führt zu nostalgischen Erlebnissen. Dabei tritt komischerweise das Ergebnis meist in den Hintergrund. Der streßige Arbeitsalltag ist durch die konzentrierte Fotografie ebenfalls vergessen und weg. Einfach nur meditativ und entspannend?

digitales Foto   Aufgenommen mit der digitalen Nikon D70.
     
analoges Foto   Aufgenommen mit der analogen Nikon F100. Welches Foto ist nun besser? Ich denke beide sind gut und beweisen, das es nicht auf digital oder analog ankommt, sondern das man das Foto macht und nicht womit!

Fazit:
Beide Arten der Fotografie haben Ihre Berechtigung. Die digitale Fotografie hat bereits die analoge überholt und wird diesen Vorsprung weiter ausbauen, da die Vor- die Nachteile überwiegen und die Technik rasend schnell verbessert wird. Die analoge Fotografie wird deswegen aber nicht oder nicht gleich aussterben, da es immer einige Enthusiasten geben wird die gerne auf die gute alte Art fotografieren wollen. Wie bei vielem Altem könnte ich mir auch in der Fotografie, so etwas wie eine Retrowelle in naher oder ferner Zukunft vorstellen.

 

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