Pro: hervorragende optische und mechanische Qualität
Kontra: kein getriebeloser Autofocus, kein Bildstabilisator
Für die Sport- und Tierfotografie
habe ich mir in den 90er Jahren das AFD 2,8/180 mm mit Innenfocusierung
und ED Gläsern gekauft. Die optische Konstruktion ist ein einfacher aber
sehr guter Apochromat wo die Frontlinse aus ED-Glas besteht. Diese
speziell korrigierte Frontlinse bündelt das Licht bzw. seine
Spektralfarben so, das diese auf den Punkt genau wieder auf den Film
treffen. Dies führt zu einer optimalen optischen Qualität mit geringsten
optischen Fehlern und einer hohen Schärfe. Selbst bei offener Blende ist
bereits eine sehr gute Bildqualität möglich, durch abblenden auf Blende 4
oder 5,6 erreicht man bereits das Maximum bei diesem Objektiv.
Die Innenfocusierung sorgen für eine zügige
Schärfeneinstellung. Inzwischen gibt es allerdings Techniken ohne
Getriebe, die noch etwas schneller wären. Leider bietet dies Nikon derzeit
(noch nicht?) bei diesem Objektiv an. Auch ein Bildstabilisator vermißt
man noch an diesem Objektiv. Gerade im Telebereich ist dies eine
praktische Lösung um auch einmal eine längere Verschlußzeit aus der freien
Hand verwacklungsfrei halten zu können. Für ein Schnellschußobjektiv fehlt
auch die Möglichkeit manuell die Focusierung zu korrigieren. Technische
Lösungen bietet hier Nikon leider nur bei den teuren lichtstarken
Zoomobjektiven und jüngeren Optiken anderer Brennweitenbereiche an. Ein
manueller Eingriff im Autofocusbetrieb führt unweigerlich zu einer
Beschädigung der mechanischen Getriebeteile. Leider wäre dies Möglichkeit
in der Sport- und Naturfotografie sehr hilfreich und würde dort zu einer
höheren Trefferquote führen.
Aber ein weiterer Vorteil des Objektives ist seine heute eher seltene
robuste Verarbeitung aus Metall. Als sehr praktisch empfinde ich die
eingebaute Metallsonnenblende, die einfach durch vorschieben aktiviert
wird und durch die feste Montage nie verloren gehen kann.
Mit der Nikon D 70 wird durch den Chipfaktor 1,5 aus dem 180 mm ein 270 mm
(zumindest vom Bildausschnitt). D.h. der Teleeffekt wird bei
Digitalkameras ohne Vollchip, wie bei Nikon üblich, sogar noch verstärkt.
Bei Telebrennweiten ein klarer Vorteil (bei Weitewinkel ein Nachteil).
Fazit:
Auf Grund der hervorragenden optischen Qualität eines meiner
Lieblingsobjektive für Sport- und Natur- und die Landschaftsfotografie.
Auf Grund seiner Lichtstärke von 2,8 ist es sehr vielseitig einsetzbar.
Der Nachteil einer unflexiblen Festbrennweite macht die etwas bessere
optische Qualität gegenüber eines Zoom-Objektives wieder wett.
Wobei ein Pressefotograf mit dem 2,8/70-200 auf Grund der schnelleren
Focusiertechnik und Verwacklungseinrichtung besser fahren wird, da er
damit öfters den passenden Moment erwischen kann.
Da ich aber kein Geld damit verdiene kann ich auch das ein oder andere Mal
auf den Supertreffer verzichten bzw. ihn zu einem anderen Zeitpunkt
realisieren! Erfahrungsgemäß ist dies oft auch eine Art der persönlichen
Erfahrung des Fotografen, wann ein tolles Foto entstehen könnte.