Pro: sehr gute optische Qualität
Kontra: kein Autofocus, umständliches arbeiten mit Digitalkameras
In den 80er Jahren habe ich mir
dieses mechanische präzise Objektiv für Makroaufnahmen gekauft. Damit auch
ein Abbildungsmaßstab von 1:1 möglich ist erwarb ich den Zwischenring PK-13
dazu.
Die mechanische Verarbeitung ist sehr hochwertig und präzise. Das Gehäuse
macht auf Grund seines Metallgehäuses einen sehr robusten und hochwertigen
Eindruck. Die optische Korrektur hat sich in der Praxis als sehr gut
bewiesen. Selbst bei Reproduktionen mit geraden Linien im Randbereich, ist
das Objektiv perfekt berechnet und zeigt bei Blende 5,6 bereits seine
optische Stärke. Die besten Ergebnisse in Hinsicht auf die optische
Qualität in Punkte Schärfe und geringste Verzeichnung (welche mit dem
bloßem Auge so gut wie nie erkennbar sind) erzielt man mit Blende 5,6 und
8. Aber bereits bei offener Blende 2.8 zeigt das Objektiv bereits
hervorragende optische Qualitäten.
Das Objektiv habe ich ursprünglich an der Nikon F 301 verwendet. Mit
diesem Modell gab es keine technischen Einschränkungen. Lediglich bei
Verwendung des PK-13 konnte die Kamera nicht mit Blenden - oder
Programmautomatik eingesetzt werden, da diese Funktion vom Zwischenring
nicht übertragen wird. Auch eine Spot- oder Matrixbelichtungsmessung ist
damit nicht möglich.
Später mit der Nikon F-801 war dies genauso. Bei dieser Kamera kam noch
dazu, das kein Autofocus unterstützt werden konnte und die Spot- oder
Matrixbelichtungsmessung ebenfalls nicht. Da ich im Makrobereich meist
statische Motive aufnahm, hat mich dies nie gestört. Und aus Gewohnheit
habe ich sowieso meist mit Zeitautomatik gearbeitet um eine optimale
Tiefenschärfe über eine voreingestellte Blende zu erzielen. Für mich also
kein Nachteil.
Auch als ich mir eine Nikon F 100 kaufte, konnte ich noch keinen
wirklichen Minuspunkt feststellen. Erst mit der Anschaffung der digitalen
Nikon D70 gab es keine technische Kommunikation zwischen Kamera und
Objektiv mehr. Nun war leider der Zeitpunkt gekommen, mich von dem treuen
optischen Begleiter zu trennen. Nachfolger wurde natürlich das aktuelle
Nikon AF-D 2,8/60 mm.
Fazit:
Wer noch Wert auf hochwertige mechanische Verarbeitung und Präzision legt,
wird an diesem Objektiv sicherlich gefallen finden. Auf den Gebrauchtmarkt
sollte man sich ein gutes Stück aber vorher genau ansehen. Bei starkem
Gebrauch durch einen Berufsfotografen ist der Focusierring so ausgenudelt
und leichtgängig, das er im Extremfall sogar ohne Berührung die
Focusierung verstellt. Aber es gibt auch noch einige gut erhaltende bzw.
gepflegte Stücke am Markt.