Pro: sehr gute mechanische Verarbeitung, robust.
Kontra: kein Autofocus, umständliches Arbeiten mit Digitalkameras
Fans präziser Feinmechanik dürften
von diesem Balgengerät begeistert sein! Neben der vorderen, kann auch über
die hintere Standarte zwischen 43 bis 185 mm focusiert werden. So sind je
nach Brennweite extreme Makrofotografien möglich. Der eingebaute
Einstellschlitten erleichtert die Einstellung des exakten
Bildausschnittes. Ohne müßte das gesamte Stativ zum Motivabstand verstellt
werden, was in der Praxis ungenau und nervig ist. Wie bei einer
Großformatkamera kann die vordere Standarte horizontal und vertikal um 10
mm verstellt werden! Vertikal sind sogar bis zu 25 mm möglich! Was dabei
sinnvoll ist, ist allerdings auch vom Bildfeldkreis des verwendeten
Objektives abhängig. Mit diesen Einstellmöglichkeiten, kann man stürzende
Linien ausgleichen. Den Schärfenebene perspektivisch anpassen!
Die Verarbeitung ist sehr robust mit sehr exaktem Feintrieb an den
bewegliche Stellen. Damit sich nichts verstellt, kann man Einstellungen
feststellen.
Für den Einsatz von statischen oder ruhigen Motiven ein hervorragendes
Makrozubehör. Der Balgen wird seit längerer Zeit nicht mehr hergestellt,
ist also nur noch gebraucht zu bekommen. Meiner Meinung nach aber
wesentlich besser und präziser verarbeitet als der heutige PB6.
Da auch ich inzwischen mit einer
digitalen Spiegelreflex fotografiere habe ich mich inzwischen von diesem
Balgengerät nicht ohne Wehmut getrennt :((
Da die modernen Kameras über den elektrischen Weg Informationen von
Objektiven und Zubehörteilen benötigen, gestaltet sich ohne diese
Möglichkeit das fotografieren relativ umständlich. Ich weiß, früher war
dies normal, aber was nützt mir eine moderne D70, wenn ich mir mit einem
feinmechanischen Wunderwerk für ein Motiv 5-15 Minuten rumfummeln muß, bis
alle Einstellungen korrekt sind?
Bei einigen Kameras mit großem Motor (z.b. Nikon F5, F100) kann die Kamera
nicht montiert werden, da der Wulst vom Motor auf den Wulst am Balgengerät
anstößt. Abhilfe brachte mir da immer ein Zwischenring (z.b. PK 13),
welcher den Abstand zwischen Kamera und Balgengerät noch einmal
verlängert. Da man sowieso Makroaufnahmen machen möchte, bringt dies in
den wenigsten Fällen Nachteile.
Für Fotos mit gleichen bzw.
wiederkehrenden Einstellbedingungen (Reproduktionen, Studioaufnahmen) kann
man das Balgengerät auch für die moderne Kameratechnik uneingeschränkt
empfehlen!
Fazit:
Eines, wenn nicht gar das beste Balgengerät, welches Nikon in seiner
Firmengeschichte hergestellt hat! Beim Gebrauchtkauf sollte man unbedingt
auf den Zustand des Balgens achten. Bei besonders stark benutzten Geräten
kann dieser so stark abgenutzt sein, das er an den Knickstellen nicht mehr
Lichtdicht ist.
Wie man sieht kann man auch lebendige Motive mit
einem Balgengerät und Stativ in freier Natur fotografieren! Dies gelang aber nur
fünf Uhr morgens, kurz vor Sonnenaufgang im Sommer, als die Libelle sich noch in
der Kältestarre befand!